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Alles für dr Aff!

Also gell, wenn mr will gibt’s tausend Meglichkeita, sich für’d Umwelt eizusetza. Mr muass eba bloß wella! Und des mit dem leider net vorhandena Wella – äh – Wille isch drbei meischtens au s‘gröschte Problem. Ja, weil halt so‘n Eisatz normalerweis immer mit Eischränkunga vobunda isch.

Du sollsch wenicher Auto fahrn, sollsch d’Heizung runterdreh
und kälter duscha. Drzua sollsch bald überall bloß no so lumma- liche Energieschparfunzla neischrauba und obadrei wega dene Rindviecher ihre Blähunga uff dein geliebta Roschtbroata vo- zichta. An alle Enda und Ecka sollsch du heit reduziera und abschpecka, damit unser Welt überleba kann.

Desweg isch es umso schöner, wenn’s in dr heutiga Zeit a Ventil gibt, wo mr seim Umweltbewusstsei ohne Begrenzung freia Lauf lassa kann. Denn laut unserm allseits geschätzta Quizmeischter und Alleswisser Günther Jauch lässt sich mit alkoholische Getränke die Welt doch no retta! Saufa für dr Regawald!
Noi, des isch koin Druckfehler, sondern goldflüssiches Balsam für unsre gequälte Seela. Seit so’n norddeitscher Bierbrauer die Wahnsinnsidee ghett hat, dass mr mittels Konsum von a paar Fläschla Flaschabier die Welt retta könnt, sauft‘s – äh – lebt sich‘s doch nomol so gern, und mr hilft natürlich ganz uoiga- nützich mit, wo’s geht. Mr isch sozusaga voll drbei!

Leider war die praktische Umsetzung dieses Rettungsgedankens mit leichte Schwierichkeita vo- bunda. Wo i mi scho am erschta freia Samschdagmorga für bedrohte Regiona eigsetzt hab, hat mei Frau net oi Wort der Oerkennung oder Bewunderung für mi gfunda. Sie hat, nachdem i scho fascht  an viertels Quadratmeter grettet hab bloß gmoint, i sei ein elender Saufbruader und mit mir hättet se wieder an Seggel meh gfunda.

Zuageba harte Worte, doch als Umweltschützer hasch du’s halt net leicht. Desweg muasch du dich auf die Suche nach Gleichgesinnte macha, denn im Verbund mit weitere überzeugte Aktivischta rettet sich’s umso schöner. Und was soll i saga! Glei in dr erschta Beiz bin i mittadrin in ra volla Vollvo- sammlung glandet, die an sellem Morga scho mindeschtens oin Kubikmeter gsoffa – äh – bewahrt hat.

I hätt jo nia denkt, dass dieses erfreiliche Vorhaba scho zu so ra Massabewegung ogschwolla isch und innerhalb der Männerwelt so einen Zuschpruch gfunda hat. Mit offene Ärm bin i in die feuchtbiotop-fröhliche Runde aufgnomma worda und hab alles bisher Vosäumte glei mit ra Lokalrunde noochhola dürfa. Innerhalb kürzeschter Zeit waret mir alle mitnonder per du und vobrüdert. Mir waret uns alle unserm großa Ziel bewusst: Dr Wald soll leba! Hochleba! Dreimol hoch!

Was i dann a sellem Morga hab alles lerna dürfa, hat mir schier d’Schproch voschlaga. Unter uns Naturschützer waret welche drbei, die sich scho johrelang mit dr Rettung des Regawalds befasst
hent, wo mr no gar nix drvo gwisst hat. Also solche, wo scho in dunkler Vorohnung vom Weltuntergang oi Fläschle ums onder neiglasst hent. S’waret sogar sotte harte Einzelkämpfer drbei, wo neberm Regawald au no d’Sahara wieder uffforschta gwellt hent. Also mir isch ganz schwindelich worda, wie uglaublich doch unser Gsellschaft für a gemeinsames Ziel an oiner Flasch – äh – an oim Schtrang ziaga kann.

Und dr Wirt, gell, dieser Regawaldhäuptling, der hat’s echt voschtanda, uns zu motiviern: „Auf geht’s, bloß no drei Käschta und s’nägschte Ar isch wieder gschafft!“ Tatsächlich hat doch der von Beruf’s wega auserwählte Umweltschutzvorschtand a Werbeschild vor seim Lokal aufgschtellt ghett:
Heute Tag des Waldes! Trink elf – zahl zehn!

Ja und wenn mr sich mol überlegt, was mir mit unserm Eisatz für diese Regawaldbehm nebaher no alles grettet hent – also die ganze tropische Vogelwelt, die Bohmfrösch und die haufa Affa. No derf oim neberm Bauch au ruhich sei Bruscht a weng schwella, weil mit zeh bis fuffzeh Fläschla intus fühlsch du dich als schtiller Held. Du bisch praktisch die Symbiose aus Kingkong und Subbermän gleichzeitich! Zisch und weg!

Auf dem feuchta Weg zur globala Rettung voschtehsch du uff oimol in deinem Hirn uglaubliche Zsammahäng und kannsch bei Sacha mitschwätza, wo du früher bloß d’Gosch vozoga hättsch.Als geeichter Umweltschützer bisch du ein leichtendes Beischpiel gega die allgemeine Umweltvo- schteppung. Du bisch sozusaga des Aushängeschild – hicks – gega Motorsäga, Holzleimbinder und Flächalos. Du bisch – hicks – dr gröschte sauffreindliche Retter der entwurzelten Hartholzbreggel – hicks. Du bisch ein Flaschabier-Sanitöter, ein Regawaldschluggschpächtele, ein – hicks – hefe- trüabes Holzhackklötzle, ein hopfaherber Holzbockschüttler – hicks. Du bisch ein Quartalsquadrats- säufer, ein Tropaschtammwürzeretter, ein krombachener Großgrundbeschwipser – hicks. Scheißegal, was du bisch. Voschtehsch?

Guat, wenn mr – hicks – am Wochaend seine oi, zwei Quadratmeter auf dr sichra Seita hat, kann mr nimme alles so genau – hicks – artikulisiera. Aber uff des kommt’s gar net o. Voschtehsch?

Und desweg Buaba, lasset die ondre schwätza und lasset’s nei – ois ums onder mitsamt’m Kaschta!nav_up
Mir hent bloß oi Umwelt!

 

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