Leseproben

Verlag Albeck Flein | B├╝cher vom Mundart-Autor Wilfried Albeck

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H├╝rdenlauf

Eigentlich ist es doch gut – so wie es ist. Warum soll ich da etwas ver├Ąndern, wenn ich gar nicht wei├č, ob es dann hinterher besser ist? Ach n├Â! Am besten, ich lasse alles beim Alten! Gewohnte Umgebung, vertraute Abl├Ąufe – hier kann ich mir‘s bequem einrichten und es kommen keine ├ťberraschungen auf mich zuCover_und der Seele wachsen Fl├╝ge Kopie. Sch├Ân gem├╝tlich, sch├Ân tr├Ąge, sch├Ân langweilig…

Ein Leben ohne ├ťberraschungen, welch schrecklich eint├Ânige Aussichten! Nein! Also das w├Ąre jetzt auch nicht gerade meine Wunschvorstellung. Soll ich doch ein wenig mutiger sein und mal was ausprobieren?

Kaum fasse ich aber diesen verr├╝ckten Gedanken, meldet sich schon mein innerer Schweinehund zu Wort: ÔÇ×Halt, stopp! Bitte keine Experimente!“ Ja, mein st├Ąndiger Mitbewohner zeigt mir sogleich die Schwierigkeiten auf, die ich mit solch einem gewagten Schritt zu ├╝berwinden h├Ątte. Unglaublich hohe H├╝rden, die ich sicherlich rei├čen und dabei b├Âse fallen w├╝rde. Da ich zugegeben nicht sehr sportlich bin, greift dieses Argument bei mir sofort und ich lasse den Versuch lieber bleiben, nicht, dass ich mir gleich den Fu├č verstauche oder noch Schlimmeres passiert. Das muss ehrlich nicht sei, denn sicher ist sicher!

Und da ist sie ja schon, diese vertraute H├╝rde Nr.1:

ÔÇ×Das kann ich nicht!“

Das ist mir zu schwer, das ist mir zu schwierig, also versuche ich es gleich gar nicht. Ich wei├č ja schon vorher, dass ich es nicht schaffen kann. Warum sollte ich dann ├╝berhaupt Zeit und M├╝he investieren?

Hier folgt dann gleich H├╝rde Nr. 2:

ÔÇ×Das habe ich schon immer anders gemacht!“

Noch nie hab ich‘s mal auf andere Weise versucht. Wieso soll dann ausgerechnet heute das erste Mal sein? Ja sollen sich doch andere die Finger verbrennen! Ich halte mich sch├Ân zur├╝ck, dann werde ich auch nicht scheitern. Schuster bleib bei deinen Leisten!

So, und als letzte Abwehrma├čnahme gegen Ver├Ąnderungen hilft dann ultimativ noch H├╝rde Nr. 3:

ÔÇ×Was sollen blo├č die Leute dazu sagen?“

Wenn ich mir vorstelle, wie ich von allen be├Ąugt werde, nicht auszuhalten! Ich probier was Neues aus und ringsherum zerrei├čt man sich das Mundwerk ├╝ber mich. Da wird dann getuschelt und gel├Ąstert, ich werde bel├Ąchelt und bemitleidet. ÔÇ×Der schon wieder, war ja klar!“ Nat├╝rlich alles hinter meinem R├╝cken, sch├Ân heimlich und unter vorgehaltener Hand. N├Â, das will ich nicht! Da lass‘ ich doch lieber alles so, wie es ist und hab meine Ruhe! Sollen sich doch andere ver├Ąndern und Neues wagen – ich muss nicht vorne mit dabei sein!

Also, wenn ich noch weiter nachdenke, dann fallen mir bestimmt noch mehr solcher H├╝rden ein. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, dass ich mir selbst st├Ąndig Stolpersteine in den Weg lege. Ich kann doch vorher noch gar nicht wissen, ob der neue Weg nicht sogar leichter wird wie der, auf dem ich mich gerade befinde. Haben diese H├╝rden jetzt tats├Ąchlich meine Neugierde zum Erliegen gebracht?

Ob mein Leben schon vollkommen erf├╝llt ist, werde ich nie wissen. Nur, wenn ich schon aus Furcht vermeide, nach Erf├╝llung und Erneuerung zu suchen, dann bleibt es ganz sicher viel leerer als es sein m├╝sste. Dabei sind diese H├╝rden im Kopf menschlich, ganz normal und immer Teil von uns. Sich diese Widerst├Ąnde bewusst sichtbar zu machen, bedeutet aber bereits Schwung zu holen, um sie zu ├╝berwinden.

Sollte ich eine davon rei├čen, was soll’s, dann nehme ich Anlauf f├╝r die n├Ąchste, immer wieder! Mein Gott l├Ąsst mich nicht fallen!
 


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vielleicht…

…reicht nur ein leichter Augenaufschlag,

ein froher Blick, ein nettes L├Ącheln

…gen├╝gt ein einziges Wort, eine belanglose Floskel, ein oberfl├Ąchliches Gespr├Ąch

…bedarf es nur einer Winzigkeit in der Art, wie ich

mich meinem N├Ąchsten gegen├╝ber verhalte

…reicht ein Antippen, eine sanfte Ber├╝hrung

…gen├╝gt allein die Geste, die blo├če Absicht,

ein wenig Verst├Ąndnis, ein wenig Beachtung

…reicht es schon aus, wenn ich mich nicht abwende

…vielleicht gen├╝gt genau heute diese kleine, sanfte, kaum merkbare Zuwendung
und sie wird zum Tropfen, der wunderbare Kreise zieht…

 

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