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Vokehrserziehung

S'gibt Momente im Leba von ma Baba, die darf mr ruhich und ohne schlechts Gwissa als Schtern- schtunda bezeichna.

Oiner von diese seltene Lichtblicke isch es, wenn mr als Erziehungsberechtigter sei volle
Überlega heit ausschpiela ko. Und genau dieser Triumph im sonscht eher trischta Dasein eines Vaters isch die Lehrschtunde für die Tochter uff'm Vokehrsübungsplatz. Die erschte Gehvosuche mit'm fahrbara Untersatz könnet dort unter Beachtung von gewisse Regla zur didaktischa Meischterleischtung werda.Mit 17 juckts die Junge nach ma oigena Kärrele. Sie hent zwar koi Geld, wellet aber trotzdem ois.

Für diese Eischtellung hab i au absolut Voschtändnis, schließlich isch mr's jo früher au so ganga. Aus diesem Grund weiß i au genau, dass deshalb die Junge bloß auf'm Baba sei Auto schiela. Do isch mr dann wieder so richtich wertvoll, denn, wenn se ebbes wellat, no könnet se au onderscht.

Doch bevor se dr Führerschei hent und's heilich Blechle überlassa kriaget, sottet se halt a kloi bissle Fahrpraxis haba. Sonscht wird jo au dr Babbadeckel viel z'teuer, wenn ihne dr Fahrlehrer alles beibringa soll.

So gibt mr sich also gönnerhaft, opfert sich und sei Freizeit sowie schtärkera Voschleiß von Kupplung und Getriebe und fährt mit seim weiblicha Ableger auf dr Übungsplatz. Natürlich erklärt mr scho dahoim, no im Schtand, die Funktion von Motor und Lenkung, weist auf so nebasächliche Eigaschafta von Kupplung und Schaltung hin sowie auf die Rücksichtnahme mittels Schpiegel und Geschwindigkeit.
Rein theoretisch war's au scho ziemlich perfekt: Gas geba - komma lassa - schalta - gugga - lenka - bremsa und des meglichscht alles guat koordiniert. Wo i dann no hab von Fliehkraft, Bremsweg und Drehzahl ofanga wella, hat mei Tochter gmoint, s'wär besser, mir dädet jetz fahra, weil i se mit meim gscheita Gschwätz sonscht total vousichern däd.

Also guat! I bin von mir ausganga und hab mr den praktischa Teil (weil i zu meiner Zeit glei von Ofang o hab perfekt Auto fahra könna) recht oifach vorgschtellt. Mit dieser Erwartungshaltung bin i endlich mit mein'ra Großa auf dr Übungsplatz gondelt. Dr Fahrerwechsel hat eiwandfrei klappt und voller Hoffnung hab i gmoint, dass i mi jetz zrücklehna könnt. Gang neilega - Gas geba - komma lassa - und aus. Oscheinend hab i beim letschta Tanka Kängeruhbenzin vowischt ghett, denn unser arms Autole isch rumghopft wia narret. Dr Olasser war noch relativ uvobraucht, aber an sellem Tag hat'r glernt, was schaffa heißt. Mei große Tochter hat gmoint, i soll net so laut schreia, sie däd's halt erscht no lerna. Aber i hab gar net gschria, uff jeden Fall net bewusst. Mei linke Hand hat sich um'd Handbrems vokrampft ghett und meine Glotzbebbel waret leicht vorgetreta. Vom Adrenalinausschtoß hent sich d'Scheiba bschlaga und i hab schiergar s'Bodablech durchdappt, weil i vozweifelt nach ra zweita Kupplung gsuacht hab.Alles in allem muass es für die Fahrschülerin net arg ognehm gwä sei. Scho nach drei Minuta hat se gsa, sie däd nimme mega, i sott se doch oifach macha lassa und mei Schnättere halta! Uvorschtellbar! Im oigena Auto vor'm Abgrund mit offene Auga ins Messer blicka! Und nix saga solla! Des geht net!! Nach ma kurza Generalschtreik isch mei Tochter dann wieder eigschtiega und mr hent's nomol probiert. I hab auf d'Zeh bissa, hab's mit kontrollierter Atmung probiert und mich bemüht, jo net zu ihra nüber zum Gugga. Bei ra Öltemperatur von etwa 130 und ra gleichzeitiga Körpertemperatur von gefühlte 45 Grad, isch dann mei geplagtes Autole doch so langsam vorwärtskomma. Zwar unter Missachtung sämtlicher Vokehrsregeln, aber zum Glück schadafrei.

De ondere Teilnehmer auf'm Übungsplatz isch's Gott sei Dank grad so ganga wie mir. Die Fahrofänger sind alle phäb vor dr Windschutzscheiba bebbt und die selbschternannte Vokehrspädagoga mit hochrote Meckel drneba. Trotz auf- heulende Motora isch ab und zua an hella Vozweiflungsschrei durchdrunga. I moin sogar, i hätt zwischadurch au ebbern blärra höra.

Irgendwie isch die Ewigkeit von 60 Minuta doch rumganga und i durft endlich mein durchgschwitzta Sitz volassa. Mit schtierem Blick und ohne oi Wort bin i dann in ma noch nassera Sitz wieder hoimgfahra.
“Na? Isch guat ganga?" hat mei Frau froga wella. Aber die Frog war scho z'viel. Die Groß isch in ihr Zimmer, hat Türa zuabatscht und von inna rausgschria: "Mit'm Vadder fahr i nimme!!!" Was i denn do häb und ob i net au mol dr Führerschei gmacht hätt, hat mei Frau mit mr gschumpfa. "Sei froh, dass mr wieder lebich hoimkomma sind", hab i drauf gsa, bin in Garta naus und hab mein Fruscht am Ukraut ausglassa.

Im Lauf der nägschda Woch bin i dann doch zur innera Eisicht komma und hab mei Große gfrogt: "Solla mr am Samschtag  uff dr Übungsplatz?" "Au ja", hat se sich gfreit, "aber gell, desmol langsch mr net wieder ins Lenkrad nei und läsch mi selber mol schalta!"

So sind mir zwei a paar Wocha regelmäßich auf dr Platz gfahra, solang, bis oscheinend dr Fahrlehrer mei Tochter gfrogt hat, ob se mit ihrm Vadder auf dr Übungsplatz geha däd. Wo der no ghört hat, dass se jede Woch Zusatzunterricht kriagt, hat'r gmoint, mir sotta des bleiba lassa, weil se sonscht z'viel Schtunda braucha däd. Des hat gsessa! Mein Schtolz als Auto-Didakt war untergraba. "Soll er's halt macha, wenn'r moint, er könnt's besser! Der wird scho seha, wie weit'r domit kommt!"
A paar Wocha schpäter hat mei Tochter bravurös ihr'n Führerschei gmacht, mit eiparka, bergnauf ofahra und rückwärts um'd Kurva num. I hab mi natürlich gfreit, obwohl i mit dem Fahrlehrer net oinig gwä bin, doch letschtendlich zählt dr Erfolg.

Wo mr mei Große voller Freid ihr'n Babbadeckel unter'd Nosa ghoba hat, hat se no ganz süffisant gsa: "Siehsch Baba und du hasch gmoint, i däd's nia lerna und jetz hab i mein Führerschei mit weniger Schtunda gmacht wie du!" I war am Boda! Mei Tochter hat triumphiert und mei Frau hat au no ihr'n Senf drzuageba: "Du bisch kein Auto-Didakt, sondern ein Auto-Didackel!" Zu allem Überfluss hat mei Kloine no ois obadrauf gsattelt: "Gell Mama, wenn i soweit bin, darf i mit dir auf dr Übungsplatz!"
Do duad mr alles, opfert sich und sei Getriebe bis zur völliga Selbschtaufgabe und no kommet se oim so! Udank isch dr Welten Lohn und wahre Genies, so wie i moin, dass i ois wär, werdet eba vokannt!

Jetz, wo dr Zahn dr Zeit hat a bissle Gras über die Wunde wachsa lassa, bin i scho ganz froh, dass i ab und zua an Schofför hab. Wenn mr wo eiglada isch, no isch's doch ganz ognehm, dass mr net selber fahra muass, weil mr a bissle tankt hat.

Ja und wenn mr dann no dr oigena Tochter selber s'Fahra beibrocht hat, no kann mr sich ganz beruhigt in Liegesitz neischtracka: "Glernt isch halt glernt!"
Für diese Eischtellung hab i au absolut Voschtändnis, schließlich isch mr's jo früher au so ganga. Aus diesem Grund weiß i au genau, dass deshalb die Junge bloß auf'm Baba sei Auto schiela. Do isch mr dann wieder so richtich wertvoll, denn, wenn se ebbes wellat, no könnet se au onderscht.

Doch bevor se dr Führerschei hent und's heilich Blechle überlassa kriaget, sottet se halt a kloi bissle Fahrpraxis haba. Sonscht wird jo au dr Babbadeckel viel z'teuer, wenn ihne dr Fahrlehrer alles beibringa soll.

So gibt mr sich also gönnerhaft, opfert sich und sei Freizeit sowie schtärkera Voschleiß von Kupplung und Getriebe und fährt mit seim weiblicha Ableger auf dr Übungsplatz. Natürlich erklärt mr scho dahoim, no im Schtand, die Funktion von Motor und Lenkung, weist auf so nebasächliche Eigaschafta von Kupplung und Schaltung hin sowie auf die Rücksichtnahme mittels Schpiegel und Geschwindig- keit.

Rein theoretisch war's au scho ziemlich perfekt: Gas geba - komma lassa - schalta - gugga - lenka - bremsa und des meglichscht alles guat koordiniert. Wo i dann no hab von Fliehkraft, Bremsweg und Drehzahl ofanga wella, hat mei Tochter gmoint, s'wär besser, mir dädet jetz fahra, weil i se mit meim gscheita Gschwätz sonscht total vousichern däd.

Also guat! I bin von mir ausganga und hab mr den praktischa Teil (weil i zu meiner Zeit glei von Ofang o hab perfekt Auto fahra könna) recht oifach vorgschtellt. Mit dieser Erwartungshaltung bin i endlich mit mein'ra Großa auf dr Übungsplatz gondelt. Dr Fahrerwechsel hat eiwandfrei klappt und voller Hoffnung hab i gmoint, dass i mi jetz zrücklehna könnt. Gang neilega - Gas geba - komma lassa - und aus. Oscheinend hab i beim letschta Tanka Kängeruhbenzin vowischt ghett, denn unser arms Autole isch rumghopft wia narret. Dr Olasser war noch relativ uvobraucht, aber an sellem Tag hat'r glernt, was schaffa heißt. Mei große Tochter hat gmoint, i soll net so laut schreia, sie däd's halt erscht no lerna. Aber i hab gar net gschria, uff jeden Fall net bewusst. Mei linke Hand hat sich um'd Handbrems vokrampft ghett und meine Glotzbebbel waret leicht vorgetreta. Vom Adrenalinausschtoß hent sich d'Scheiba bschlaga und i hab schiergar s'Bodablech durchdappt, weil i vozweifelt nach ra zweita Kupplung gsuacht hab.
Alles in allem muass es für die Fahrschülerin net arg ognehm gwä sei. Scho nach drei Minuta hat se gsa, sie däd nimme mega, i sott se doch oifach macha lassa und mei Schnättere halta! Uvorschtellbar! Im oigena Auto vor'm Abgrund mit offene Auga ins Messer blicka! Und nix saga solla! Des geht net!! Nach ma kurza Generalschtreik isch mei Tochter dann wieder eigschtiega und mr hent's nomol probiert. I hab auf d'Zeh bissa, hab's mit kontrollierter Atmung probiert und mich bemüht, jo net zu ihra nüber zum Gugga. Bei ra Öltemperatur von etwa 130 und ra gleichzeitiga Körpertemperatur von gefühlte 45 Grad, isch dann mei geplagtes Autole doch so langsam vorwärtskomma. Zwar unter Missachtung sämtlicher Vokehrsregeln, aber zum Glück schadafrei.

De ondere Teilnehmer auf'm Übungsplatz isch's Gott sei Dank grad so ganga wie mir. Die Fahrofänger sind alle phäb vor dr Windschutzscheiba bebbt und die selbschternannte Vokehrspädagoga mit hochrote Meckel drneba. Trotz auf- heulende Motora isch ab und zua an hella Vozweiflungsschrei durchdrunga. I moin sogar, i hätt zwischadurch au ebbern blärra höra.

Irgendwie isch die Ewigkeit von 60 Minuta doch rumganga und i durft endlich mein durchgschwitzta Sitz volassa. Mit schtierem Blick und ohne oi Wort bin i dann in ma noch nassera Sitz wieder hoimgfahra.

"Na? Isch guat ganga?" hat mei Frau froga wella. Aber die Frog war scho z'viel. Die Groß isch in ihr Zimmer, hat Türa zuabatscht und von inna rausgschria: "Mit'm Vadder fahr i nimme!!!" Was i denn do häb und ob i net au mol dr Führerschei gmacht hätt, hat mei Frau mit mr gschumpfa. "Sei froh, dass mr wieder lebich hoimkomma sind", hab i drauf gsa, bin in Garta naus und hab mein Fruscht am Ukraut ausglassa.

Im Lauf der nägschda Woch bin i dann doch zur innera Eisicht komma und hab mei Große gfrogt: "Solla mr am Samschtag  uff dr Übungsplatz?" "Au ja", hat se sich gfreit, "aber gell, desmol langsch mr net wieder ins Lenkrad nei und läsch mi selber mol schalta!"

So sind mir zwei a paar Wocha regelmäßich auf dr Platz gfahra, solang, bis oscheinend dr Fahrlehrer mei Tochter gfrogt hat, ob se mit ihrm Vadder auf dr Übungsplatz geha däd. Wo der no ghört hat, dass se jede Woch Zusatzunterricht kriagt, hat'r gmoint, mir sotta des bleiba lassa, weil se sonscht z'viel Schtunda braucha däd. Des hat gsessa! Mein Schtolz als Auto-Didakt war untergraba. "Soll er's halt macha, wenn'r moint, er könnt's besser! Der wird scho seha, wie weit'r domit kommt!"

A paar Wocha schpäter hat mei Tochter bravurös ihr'n Führerschei gmacht, mit eiparka, bergnauf ofahra und rückwärts um'd Kurva num. I hab mi natürlich gfreit, obwohl i mit dem Fahrlehrer net oinig gwä bin, doch letschtendlich zählt dr Erfolg.

Wo mr mei Große voller Freid ihr'n Babbadeckel unter'd Nosa ghoba hat, hat se no ganz süffisant gsa: "Siehsch Baba und du hasch gmoint, i däd's nia lerna und jetz hab i mein Führerschei mit weniger Schtunda gmacht wie du!" I war am Boda! Mei Tochter hat triumphiert und mei Frau hat au no ihr'n Senf drzuageba: "Du bisch kein Auto-Didakt, sondern ein Auto-Didackel!" Zu allem Überfluss hat mei Kloine no ois obadrauf gsattelt: "Gell Mama, wenn i soweit bin, darf i mit dir auf dr Übungsplatz!"
Do duad mr alles, opfert sich und sei Getriebe bis zur völliga Selbschtaufgabe und no kommet se oim so! Udank isch dr Welten Lohn und wahre Genies, so wie i moin, dass i ois wär, werdet eba vokannt!

Jetz, wo dr Zahn dr Zeit hat a bissle Gras über die Wunde wachsa lassa, bin i scho ganz froh, dass i ab und zua an Schofför hab. Wenn mr wo eiglada isch, no isch's doch ganz ognehm, dass mr net selber fahra muass, weil mr a bissle tankt hat.

Ja und wenn mr dann no dr oigena Tochter selber s'Fahra beibrocht hat, no kann mr sich ganz beruhigt in Liegesitz neischtracka: "Glernt isch halt glernt!"
 

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